Willkommen bei den Zahnärzten in der Bahnhofstraße 27, Coburg.
Zähne
Praxis
Willkommen bei den Zahnärzten in der Bahnhofstraße 27, Coburg.
Zahnpasta - ein High-Tech-Produkt
Seit mehr als 4.500 Jahren putzen sich die Menschen die Zähne, seit 100 Jahren kommt die Pasta aus der Tube.
Rund eine halbe Milliarde Euro gaben die Deutschen 2005 für Zahncremes aus. Die Zahnpasta ist aus dem deutschen Haushalt nicht mehr wegzudenken.

Dabei ist die Auswahl gar nicht so einfach:
Die Hersteller konkurrieren um die Käufergunst. Die einen werben mit Glitzerpartikelchen oder Waldfruchtaromen, die anderen wirken bei Zahnfleischbluten oder hellen die Zähne auf. Zur Zeit gibt es rund 80 verschiedene Präparate auf dem Markt. Vor allem das regelmäßige, sanfte und gründliche „Putzen“ sorgt für gesunde Zähne.
Die Benutzung von Zahncreme jedoch erhöht den reinigen Effekt und das Wohlgefühl im Mund. Da sind sich Zahnmediziner einig.

Luxusartikel aus natürlichen Substanzen
Seit 2.500 v. Chr. wird Zahnpasta hergestellt. Ob aus natürlichen Substanzen, wie Tiegel, Bimsstein und Weinessig oder aus organischen Stoffen wie Marmorstaub. Die alten Ägypter überlieferten Rezepturen zur Zahnpflege.
Sie zerstießen Bimsstein und vermischten das feine Pulver mit Weinessig. Dies wurde dann mit dem Finger oder mit einem Stöckchen aufgetragen. Die Damen der römischen Gesellschaft streuten Marmorstaub auf Leinentücher und rieben sich damit die Zähne ab. Hirschhornasche, Sesamöl, Salz und Senf, Zimt, Muskatnuss, Honig, Ingwer und Myrrhe wurden benutzt, um den „Quälgeist der Höllen“ zu bekämpfen. Lange Zeit glaubte man an den Zahnwurm, der die Zähne von Innen heraus zerfrisst. Das aus dem Schlamm stammende Wesen bittet seinen Gott: “Lass mich im Inneren des Zahnes festsetzen und gib mir sein Fleisch zur Wohnung. Aus dem Zahn will ich sein Blut und das Mark aus dem Zahnfleisch saugen.” 1890 konnte man jedoch andere Ursachen für Zahnschmerzen und deren Erkrankung wissenschaftlich nachweisen: Plaque. Plaque verursacht Karies. Mit diesem Wissen wurde die Zahnpflege mit Pulver und Pasten immer bedeutender. Zu den beliebtesten Reinigungsmitteln gehörten im 16. Jahrhundert - zur Zeit von Ludwig XIV. von Frankreich, der jahrelang unter Zahnschmerzen litt - Zahnpulver aus Porzellandöschen und Zahnseife. Hier hat die Zahnpasta aus der Tube ihren Ursprung.

Chlorodont als Weltneuheit
Ottomar Heinsius von Mayenburg (1865-1932) experimentierte im Mai 1907 im Leo-Laboratorium, einem kleinen Dachbodenlabor über der Dresdener Löwen-Apotheke, mit Bimssteinpulver, Mundwasser und Minzöl solange, bis er die richtige Rezeptur gefunden hatte und füllte die Pasta direkt in biegsame Metalltuben ab. Der Pharmazeut hielt Mundhygiene für unverzichtbar. Auf der ersten internationalen Hygieneausstellung 1911 in München wird die Chlorodont-Zahnpasta mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

15 Jahre zuvor war in den USA das erste Mal Zahnpasta aus der Tube auf den Markt gekommen, doch in Deutschland zählte Mayenburg als Erfinder der Tubenzahnpasta. Er gründete die „Leo-Werke“, die zu einem Weltunternehmen wurden. Dort wurde nicht nur Zahncreme produziert, sondern auch die Rohstoffe dafür. Kalksteinwerke, sowie Pfefferminzplantagen gehörten ebenso zu dem Unternehmen. „Die Paste aus der blauen Tube mit dem grün karierten Rand“ war seine Werbestrategie!

In den 30er Jahren brachte Blendax eine Zahncreme auf den Markt, die es von nun an auch in Lebensmittelgeschäften zu kaufen gab. Somit ist die Zahncreme rasend schnell zum Massenprodukt geworden.

Heute findet man in vielen Zahncremes bis zu 100 verschiedene Inhaltsstoffe: beruhigende und antibakterielle Stoffe, Putzkörper und Schaumbilder. Diese versprechen Vorbeugung gegen Karies, Zahnstein und Zahnfleischentzündungen. Schon den Kindern bringt man bei: wer morgens und abends mindestens 2 Minuten die Zähne putzt, bei dem bleiben die Zähne gesund.

Seit den 50er Jahren enthalten die meisten Zahncremes Fluoride. Heute gibt es kaum noch Pasten ohne diesen Wirkstoff zur Kariesprophylaxe. Fluoride sind Spurenelemente, die vom Körper vor allem zum Aufbau der Zähne und Knochen benötigt werden http://www.bmbf.de/glossar/glossary_item.php?GID=85&N=F&R=7 (oder nur: www.bmbf.de). Wir nehmen diese durch Trinkwasser, Mineralwasser und andere Nahrungsmittel auf. Seit etwa 10 Jahren gibt es auch fluoridhaltiges Speisesalz, womit die Zähne regelmäßig in Kontakt kommen.


...was über Jahrhunderte gegen Zahnschmerzen getan wurde:


Mit einer Paste aus Honig und Rinderhornpulver rieb man das Zahnfleisch ein und hoffte, dass danach keine Zähne mehr ausfielen.
• Bei enormen Zahnweh berührte man den schmerzenden Zahn mit einem Nagel, den man anschließend in einen Baum trieb.
• Schmerzte der Zahn, presste man eine Gewürznelke auf die schmerzende Stelle: Gewürznelken haben eine desinfizierende Wirkung, diese kennt man seit der Antike. Heute ist die Wirkung wissenschaftlich erwiesen.
• Um Zahnschmerzen vorzubeugen, trug man eine Hagebutte mit sich herum.
• Bei zahnenden Babys, massierte man das Zahnfleisch mit Eibischwurzeln ein. Heute gibt man ihnen auch Veilchenwurzeln zum Kauen. Diese haben eine betäubende  Wirkung. Man bekommt sie in Apotheken zu kaufen.
• HEUTE ist es überaus wichtig, SOFORT den Zahnarzt Ihres Vertrauens aufzusuchen, sobald ein Zahn schmerzt. Denn langes Warten, ob der Schmerz vorüber geht, verursacht im schlimmsten Fall nur mehr Schmerzen und der Zahn kann dann womöglich nicht mehr „gerettet“ werden. Die Folge: WURZELBEHANDLUNG oder Schlimmeres!


Die beste Medizin gegen Zahnschmerz - und um diesen vorzubeugen - ist mindestens 2 mal tägliches Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahncreme und der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt!


Die deutsche Zahnheilkunde hat innerhalb der so genannten Leistungserbringer „der gesetzlichen Krankenkassen“ im Verlauf der letzten 30 Jahre ein bemerkenswertes und einzigartiges Ergebnis erzielt.
Trotz Halbierung der Ausgaben um mehr als 50% (18-8% der Gesamtausgaben) hat sie es gleichzeitig erreicht, den Zahngesundheitsstatus der Bevölkerung über die ehemals führenden Skandinavier zu verbessern.

Der Anteil der fluoridierten Zahnpasten als nicht unwesentlicher Faktor ist darin eingerechnet.